Feuer & Wasser
28.04.2012
Da beißt die Maus keinen Faden ab, im Mediterana gibt’s einfach die größte Dichte an schicken Saunen im weiten Umkreis. Letzte Woche Freitag waren wir nach etwas über einem Jahr zum zweiten Mal da und wieder ganz hingerissen vom Ambiente. Einen ausführlichen Bericht zu allen Details mag ich gar nicht schreiben, da die Anlage riesig und eh fast alles perfekt ist, und ich nur eine große Empfehlung aussprechen kann. Ein paar Punkte will ich aber doch festhalten, zum Teil als kleines persönliches Memo für den nächsten Besuch.
Nachdem wir uns vor kurzem am Wochenende bei überfülltem Parkplatz nicht reingetraut haben und weiter nach Köln ins Neptunbad gefahren sind, waren wir nun am Freitag positiv von der Besucherzahl überrascht. Dass es um die Mittagszeit sich noch stark verläuft, verwundert an einem Wochentag nicht, aber selbst nachmittags und abends war immer genug Platz in den (nichtsdestotrotz stark frequentierten) Aufgüssen. Die wurden auch allesamt sehr gut von nettem Personal durchgeführt. Wunderschön war es bei Dunkelheit in der Kerzensauna, die dann nur von wenigen Lichtern in Wandnischen erhellt wurde. Beim Eisaufguss bin ich allerdings das erste Mal mit etlichen anderen Gästen vorzeitig rausgegangen, als nach der zweiten Runde die Gelegenheit dazu gegeben wurde (dem gar gekochten A. zufolge, der die Sitzung durchgezogen hat, war das für mich auch die richtige Entscheidung). Das extra regulär eine kleine Pause eingebaut wird, habe ich in der Ausprägung in anderen Anlagen nicht erlebt. Fand ich gut, denn fast immer fühlt sich sonst jemand gestört, wenn jemand zwischendurch die Segel streicht und die Hemmschwelle, als einzelner mittendrin aufzustehen, ist doch auch relativ hoch.
Durchweg alle Saunen haben ihren eigenen Charme, aber neben der Kerzensauna haben mir noch ein paar andere besonders gut gefallen. So mag ich zum Beispiel sehr den Rosentempel mit seinen Wänden aus hinterleuchtetem braun-weißem Onyx und verspielten Rosenholzverzierungen an den Bänken, das Rajasthanihaus, das einer indischen Lehmhütte nachempfunden ist und den gewaltigen Himalaya Salzstollen, bei dem Wände und Decke komplett mit rosafarbenen Salsteinen verkleidet sind. Meine Lieblingssauna ist jedoch das Haus der Elemente: in der Mitte ein Feuer, rundum ein wadentiefes warmes Fußbad und an den Wänden entlang bequeme Bänke mit Rückenlehne – großartig! Ein flacher Pool in der Sauna, sowas habe ich vorher noch nie gesehen und finde das schlichtweg genial. Ein Highlight sind auch die zum Haus gehörenden abgedunkelten und farbig beleuchteten Duschen, bei denen das Wasser aus indischen Wasserspeiern oder einem riesigen Regenpaneel kommt und man sich ein kleines bisschen fühlt, als würde man in einer versunkenen Stadt im Regenwald duschen.

Auch die Ruhebereiche sind traumhaft schön, genutzt haben wir aus Zeitmangel (ja, die fast 12 Stunden gingen rum wie nix…) jedoch lediglich die Maharaja Suite und es uns dort kuschelig zu zweit auf einem der riesigen Liegekissen bequem gemacht. Ich glaube, ich bin da tatsächlich kurz weggepennt ;-).

Über die Gastronomie verliere ich lieber nicht zu viele Worte, die Preise sind einfach unverschämt. Ich muss zwar zugeben, dass die Ofenkartoffel enorm groß, der Dip mit Pfiff abgeschmeckt und das Dressing zur Salatgarnitur köstlich war – der Wareneinsatz sich jedoch um ehrlich zu sein stark in Grenzen hielt und das Gericht mit 8,50 €, wie alles andere auch, hoffnungslos überteuert war. Wenigstens hat es für so ein “einfaches” Essen wirklich hervorragend geschmeckt, das hat mich ein wenig versöhnt. Zum Thema Getränke eine Randnotiz für mich: Es gibt einen Automaten für 0,5 l Flaschen mit Cola, Lift etc. (1,80 €), was deutlich günstiger ist als die Getränke in den Restaurants (0,3 l für 2,70 €), viele Gäste hatten außerdem eigene Wasserflaschen im Taschenregal, also gehe ich davon aus, dass das hier trotz Verbots stillschweigend geduldet wird, solange man damit nicht großartig in der Anlage herumläuft. Wobei – auf der Wiese lag ein Pärchen mit Brötchentüte, da hat auch niemand vom Personal gemeckert. Seit unserem unerfreulichen Erlebnis im Finlantis, bei dem uns selbst in der Umkleide kein Schluck vom mitgebrachten Wasser erlaubt wurde, bin ich mit sowas extrem vorsichtig.
Die Therme haben wir diesmal links liegengelassen und nur die dortige Spa & Sports-Lounge für ein möglichst günstiges warmes Essen und einen grandiosen alkoholfreien Cocktail in der Happy Hour beim “Evening Chill Out” aufgesucht. Das Bad ist zwar schön gestaltet, aber es hat sich abends stark gefüllt (haufenweise junge Pärchen) und war ungemütlich laut. Wenn man den Tag bisher schön entspannt verbracht hat, passt Spaßbad-Stimmung überhaupt nicht.
Fazit: Einmal im Jahr muss das Mediterana einfach sein, so bleibt es für uns bezahlbar und immer etwas Besonderes. Ich freue mich schon auf den nächsten Besuch. Und dann will ich zur Abwechslung mal im Berberzelt oder Baldachinraum ‘ne Runde schlafen :-).
Neptunbad
30.03.2012
Inzwischen ist es schon fast drei Wochen her, das wir spontan das Kölner Neptunbad besucht haben. Ursprünglich war das Mediterana geplant, aber der vollkommen überfüllte Parkplatz und zuvor gelesene Kommentare, die von Massenabfertigung sprachen, haben uns abgeschreckt. Für halbe Sachen ist die Anlage mit 39,50 € am Wochenende einfach zu teuer – so schön sie auch sein mag. Das heben wir uns für ein andermal auf, dann lieber im Urlaub an einem normalen Wochentag.
Da wir nun eh schon in Bergisch-Gladbach waren, bot sich Köln als Ausweichmöglichkeit an. Das Neptunbad war uns vorher schon im Internet durch die schönen Bilder aufgefallen. Die heutige Anlage mit Sauna-, Wellness- und Sportbereich war ursprünglich eine städtische Badeanstalt im Jugendstil. Das ehemalige Schwimmbad ist jetzt zum Fitnesscenter umfunktioniert, der historische Saunabereich wurde jedoch originalgetreu rekonstruiert und ist ein optisches Highlight. Alles wunderschön gekachelt, schummrig mit Kerzen beleuchtet… hach…

Nur ist dieser Bereich leider sehr klein, bis auf das abgebildete “Kaiserbad” mit mollig warmem Wasser (und angeblich Unterwassermusik, ich hab’ aber nix gehört), einem milden Laconium inklusive Dampfbad und einem Hamam für Anwendungen gibt es hier nichts. Wirklich schade, denn der historische Teil hat mir eigentlich besser gefallen, als der asiatische. Im Laconium haben wir übrigens an einem Kaffee-Öl-Peeling teilgenommen. Genial, unsere Haut war noch nie so weich :-). Das lässt sich sicher auch zuhause gut nachmachen, ist allerdings eine elendige Sauerei…
Zur asiatischen Saunalandschaft gehört eine Dachterasse. Mitten in Köln zwischen Wohngebäuden, die einen guten Blick auf den kleinen Pool und die Außensaunen haben, fand ich das etwas gewöhnungsbedürftig. Na ja, das Wetter war eh nicht gut genug, um sich draußen ohne Bademantel aufzuhalten. Das Design ist durchgängig schlicht mit japanischer Anmutung, viel Stein, wirkte auf mich zwar schon stimmig, aber etwas kühl. Ich mag’s etwas gemütlicher, aber das ist Geschmackssache.
An die Saunen selbst habe ich nur noch grobe Erinnerungen… Ich fand’s schön, dass es eine unbeleuchtete Sauna gab, in der man wirklich gut entspannen konnte. Und die Aufgüsse in der großen Sauna im Außenbereich waren top. Ich habe zum ersten Mal erlebt, dass jemand mit einem nassen Handtuch gewedelt hat, das war wirklich gut und schön kräftig. Positiv zu vermerken ist auch, dass kostenlos Salz für ein Peeling bereitsteht. Nicht so schön ist jedoch, dass man in der dafür vorgesehenen Sauna dann in den Salzbröseln des Vorgängers sitzen muss… Im Dampfbad ist sowas eindeutig besser aufgehoben.
Ganz toll sind die Heißwasserbecken, die sog. Onsenbäder. Eins draußen, und eins drinnen in kaskadenartigen, übereinanderliegenden Becken. Da kann man ewig drin sitzen, sich unterhalten, und gegenseitig mit warmem Wasser übergießen.
Sehr zufrieden waren wir auch mit dem Angebot in der Gastronomie. Bei den nicht ganz günstigen Eintrittspreisen für diese vergleichsweise kleine Anlage (Tageskarte 27,50 € am Wochenende) und der exklusiven Anmutung (“Premium Sports & Spa”) waren wir von der guten Auswahl und den moderaten Preisen im ansprechend gestalteten Jugendstil-Restaurant positiv überrascht.
Mein Fazit: Schöne Anlage mit guten Aufgüssen, aber leider etwas klein und für mich persönlich im Japan-Bereich nicht stimmungsvoll genug. Wenn wir näher dran wohnen würden, würde ich vielleicht noch mal für ein paar Stunden einkehren, aber mit der langen Anfahrt und für einen ganzen Tag lohnt es sich eher nicht.
Kleines Update: Finlantis
04.03.2012
Geändert hat sich seit unserem ersten Besuch nicht viel, nur teurer ist es geworden. Inzwischen kostet das Tagesticket 14,50 €, was aber noch immer als moderat einzustufen ist. Dafür bekommt man eine tiptop gepflegte, moderne und schöne Anlage.
Laut Plan wird zwischen “sanften”, “heißen” und “intensiven” Aufgüssen unterschieden. Ähm, ja. Dafür wurde bei der Variante “Sanfte Träume” aber ziemlich geknüppelt… Auch die eher milden Aufgüsse waren so heiß, dass ich mich bei dem Aufguss der dritten Sorte entschieden habe, mich sicherheitshalber nach ganz unten zu setzen. Da war’s dann zwar etwas arg soft, aber mir in dem Moment trotzdem lieber, als der Gluthauch eine Etage höher, den ich nur mal kurz am Rücken spürte.
Ein bisschen zwiegespalten bin ich bei der Bewertung der strengen Regeln. Einerseits finde ich es sehr angenehm, dass wirklich gar keine Liegen reserviert werden, und man so fast immer ein Plätzchen findet. Andererseits hatte ich mich doch ziemlich daran gewöhnt, dass in anderen Anlagen kein Mitarbeiter meckert, wenn man am Taschenregal zwischendurch mal einen Schluck aus der mitgebrachten Wasserflasche nimmt. Hier sind wir jetzt leider unangenehm aufgefallen, weil wir uns im Umkleideraum mit Apfelschorle haben erwischen lassen… *hüstel*. Dass man da so rigoros ist und “Eigenverzehr” komplett verbietet, finde ich etwas übertrieben. Zumal wir immer zukaufen und nie komplett unseren Flüssigkeitsbedarf von zuhause mitbringen. Naja.
Insgesamt trotzdem eine empfehlenswerte, freundliche Anlage. Für mich aufgrund der begrenzten Räumlichkeiten eher was für zwischendurch und mehr für den Sommer bzw. schönes Wetter, wenn man auch die Liegen im Außenbereich nutzen kann.
Niederrhein-Therme, der 2. Versuch
06.02.2012
Nachdem der erste Besuch zwiespältig ausfiel (Bericht), haben wir der Anlage am Samstag anlässlich der langen Saunanacht eine zweite Chance gegeben.
Erstmal muss ich die Sache mit den Umkleiden revidieren *hüstel*: Es gibt einen separaten Bereich für Saunagänger, der noch sehr neu aussieht und viel Platz bietet. Der Zugang ist recht unscheinbar, letztes Mal sind wir anscheinend einfach dran vorbeigelaufen. Wenn man die Augen offen hält, findet man auch die Duschen mit schön warmem Wasser, die so verwinkelt eingemauert sind, dass wir sie beim ersten Besuch ebenfalls überhaupt nicht wahrgenommen haben. Blindfische, wir…
Weiterer Pluspunkt neben den neu entdeckten Umkleiden: tolle Saunameister, die bei störendem Verhalten während der Aufgüsse tatsächlich durchgreifen. Jungs mit Badehose unter dem Handtuch wurden freundlich rausgeworfen, quatschende Leute um Ruhe gebeten, außerdem wurde sich immer nett vorgestellt, der Aufguss erklärt etc. Leider war es so brechend voll, dass der Genuss etwas zu kurz kam, aber dafür konnten die Mitarbeiter nichts.
Ganz wunderbar war die Möglichkeit, ab 23 Uhr die Therme ohne Badebekleidung nutzen zu können (Nacktbaden fühlt sich einfach schöner an). Die ca. 32°C warme Sole im Außenbecken erzeugte dichte Dampfschwaden über dem Wasser, zusammen mit der sternenklaren Nacht war das ein fast magisches Erlebnis.
Größter Minuspunkt ist das Klientel der Therme. Die wenigen Liegen wurden nahezu durchgängig mit Handtüchern reserviert, was wirklich eine Unsitte ist. Am krassesten fand ich ein Pärchen, das “seine” Liegen mit Spannbettlaken und Kissen gekennzeichnet hat, drum herum Taschen, Bücher, Flaschen ausgebreitet und während der gesamten Anwesenheitszeit in der Anlage nicht einmal frei geräumt hat. Die Sachen lagen schon so, als wir um halb drei ankamen und waren immer noch da, als wir um 23 Uhr in den Thermenbereich gewechselt sind. Anders als asozial kann man so ein Verhalten nicht bezeichnen. Besonders appetitlich fand ich auch nicht, dass Leute ihr Essen in der Anlage ausgepackt haben – lecker Schinkenröllchen und hartgekochtes Ei. Insgesamt ist mir noch nie so oft mangelhaftes Benehmen in einer Sauna aufgefallen. Während eines Aufgusses muss es zu einer knackigen Auseinandersetzung gekommen sein, wir konnten in der Sauna nebenan die anschließenden Diskussionen und Ermahnungen vor der Tür hören. Besonders krass war eine Frau, die nicht einsehen wollte, dass auf der Bank kein Platz mehr für sie war: Nach dem Hinweis, dass man leider nicht mehr zusammenrutschen könne, warf sie ihr Handtuch trotzig in die höchstens 30 cm breite Lücke zwischen mir und meinem männlichen Sitznachbarn und ihren (Verzeihung) dicken Hintern direkt hinterher. Mit dem unerfreulichen Ergebnis, dass sie kurzzeitig (bis zur Aufgabe ihres Vorhabens) halb auf meinen bzw. unseren Beinen saß. Unglaublich, sowas hab ich noch nicht erlebt. Wenn man schon nackt neben lauter Fremden sitzt, sollte man wenigsten einen kleinen Sicherheitsabstand einhalten. Ihr Mann, der schräg hinter mir einen Platz gefunden hatte, hätte zu allem Überfluss noch fast versehentlich sein Pöttchen Honig zum Einreiben auf mein Handtuch gekippt *kopfschüttel*. Ansonsten ist zum Publikum zu sagen, dass ein spürbarer Männerüberschuss besteht, bedingt durch den hohen Ausländeranteil (lauter junge muslimische Männer, aber keine Frauen). So richtig behagt hat mir das, ehrlich gesagt, nicht. Irgendwie will ich nicht vor Männern nackt rumlaufen, die das bei ihren eigenen Frauen unschicklich bis unmöglich fänden.
Da es an diesem Samstag so wahnsinnig voll war (aufgrund der Minusgrade hielten sich die Leute die meiste Zeit drinnen auf), war es laut und ungemütlich. Wohlfühlen und Entspannen sind was anderes, dafür ist der weiß gekachelte Innenraum aber eh nicht wirklich gemacht. Das ist eine Frage der Ansprüche und Prioritäten, zumindest kriegt man hier relativ viele verschiedene Saunen für sein Geld. Wir haben jedoch beschlossen, dass uns das nächste Mal der Vier-Stunden- Tarif ausreicht, um ein paar schöne Aufgüsse und das mitternächtliche FKK- Schwimmen mitnehmen zu können, und uns ansonsten nicht so viel über die anderen Gäste ärgern zu müssen.
Projekt 365 – Tag 352
04.01.2012
Am Montag hatten wir beide frei und waren in der Laune, uns was zu gönnen. Zeit, mal wieder in die Sauna zu gehen, nachdem wir es im Dezember nicht geschafft haben. Und bei dem Sauwetter ist die Meditherme wirklich optimal. Der Innenbereich ist sehr großzügig gehalten (man erkennt noch gut, dass die Anlage früher ein Freizeitbad war), so dass man für die meisten der 15 Saunen und Dampfbäder keinen Fuß nach draußen setzen muss.
Gut gefallen hat’s mir jetzt auch beim zweiten Besuch (Rückblick), aber ich hätte mir gewünscht, dass der große Indoor-Pool ein paar Grad wärmer gewesen wäre. Und Decken im Ruhebereich wären eine feine Sache, man mag sich ja nicht ins nasse Handtuch kuscheln. Die Aufgüsse waren in Ordnung; zwar fehlte diesmal das große Wow-Erlebnis, aber das war mir irgendwie ganz recht.
Bahia
08.12.2011
Es ist inzwischen schon ein paar Wochen her, dass wir im Bahia in Bocholt waren. Aber da ich mir vorgenommen habe, von jeder neuen Sauna, die wir ausprobiert haben, wenigstens kurz unsere Eindrücke festzuhalten, muss ich mal schwer in meinem Gedächtnis kramen, was mir noch dazu einfällt…
Zum Inselbad Bahia gehört – wie könnte es anders sein, bei diesem Namen – eine Wasserwelt, die laut Internetseite “karibisches Flair” verspricht. Gut, soweit würde ich jetzt nicht gehen, aber schön und abwechslungsreich war es durchaus. Nette Rutschen (mit und ohne Reifen), verschiedene Becken, Massagedüsen und nahezu alles, was der Mensch sonst noch so braucht. Ich fand’s nur schade, dass statt Boden in Naturstein-Optik fast überall die typischen Schwimmbad-Fliesen verbaut waren, so ging trotz Palmen-Deko viel von dem erhofften Flair verloren.
In der Saunalandschaft hat man es geschafft, mehr Atmosphäre zu erzeugen. Das Design des Innenbereichs geht in die orientalische Richtung und wirkt auf mich recht stimmig. Hier gibt es dann auch den passenden Fußboden ;-). Draußen ist der Stil eher klassisch-rustikal. Sehr viel Mühe hat man sich mit dem Westfälischen Saunahaus gegeben, inklusive großem Vorraum nach Art einer schlichten Bauernstube mit Holzbänken und Kamin.
Als wir da waren, war es sehr voll. In ein paar Aufgüsse konnten wir uns trotzdem quetschen und haben schnell gemerkt, warum sie so beliebt waren. Gut gemacht und knackig heiß (einmal bis an die Schmerzgrenze, A. wäre auf seinem Platz oben fast verglüht). Das klassische Handtuch wurde wenig benutzt (bin mir gerade gar nicht sicher, ob es überhaupt zum Einsatz kam), stattdessen wurde die Luft mit Fächern, tuchbespannten Reifen und Holzpaddeln verwedelt. Mir persönlich gefällt das in der Regel besser, hier hatte es mir besonders das Holzgerät im Westfälischen Saunahaus, das wie ein enorme Brotschieber aussah, angetan. Passend zum westfälischen Motto gab es übrigens als “Erfrischung” nach dem Aufguss Pumpernickel mit Schinkenwurst :o). Das fand ich höchst originell, auch wenn nicht jeder damit glücklich war.
Ein paar weitere Punkte, die mir positiv aufgefallen sind: Es stand kostenlos Saunasalz für ein Körperpeeling zur Verfügung, und ich konnte mich in der “Sansibar” für wenig Geld gut verpflegen. Der Tag ist meist schon teuer genug, so dass ich immer froh bin, wenn neben warmen Gerichten auch Kleinigkeiten wie belegte Baguettes oder Kuchen zu moderaten Preisen angeboten werden. Das Publikum war angenehm und sehr gemischt, vom Säugling über Teenie bis zur höheren Alterskategorie war wirklich alles dabei.
Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist wirklich gut. Die Tageskarte kostet 18 €, dafür kann man das recht große Freizeitbad und die schöne Saunaanlage mit ihren neun verschiedenen Saunen nutzen. Leider ist die Anfahrt für uns sehr weit, so dass sich der Besuch ohne Ersparnis durch das Gutscheinbuch nicht lohnt. Für alle, die etwas näher dran wohnen: klare Empfehlung!
Viel Atmosphäre auf kleinem Raum
05.10.2011
Oder: Feuer, Eis und Laugenbrötchen.
Die Carolus Thermen Aachen liegen, anders als viele Sauna- und Wellness-Anlagen, mitten in der Stadt. Das bringt einen nicht ganz unbedeutenden Nachteil mit sich: Platzmangel. Ich mag weitläufige, parkähnliche Anlagen mit vielen Liegemöglichkeiten. Darauf muss man hier verzichten, die Sonnenterasse im Saunabereich ist winzig. Das ist aber schon das einzige Manko, das ansatzweise ins Gewicht fällt. Ich hätte mir außer über mehr Freifläche auch über ein schön warmes Becken mit Sprudeldüsen gefreut, aber das ist wirklich Jammern auf hohem Niveau. Wir fanden es einfach nur toll!
Begonnen haben wir unseren Aufenthalt mit einem Stündchen in der Therme. Mehrere Schwimmbecken und Badebereiche mit viel Abwechslung, d.h. mit sehr kalten und sehr warmen Temperaturen, Wasserfällen, Strömungen und Blubbern. Wirklich nett gemacht.


Aber wir waren ja nicht wegen des Thermalwassers dort, auch wenn das Bad schon ganz schön war. Die Carolus Thermen sind in die Höhe gebaut, das Schwimmbad befindet sich im Erdgeschoss, die Baltische Saunalandschaft mit dem Saunagarten liegt in der zweiten Etage, von wo aus man auch die Orientalische Badewelt im ersten Stock erreicht.
Der Innenbereich der Baltischen Saunalandschaft ist recht klassisch mit viel Holz und Stein gestaltet:

Leider geben die Fotos auf der Website nur annähernd die wunderschöne Gestaltung des Saunagartens und die großartige Lichtstimmung in der Orientalischen Badewelt wieder. Wir waren schlicht bezaubert.






Die Carolus Thermen bieten eine interessante Auswahl an Aufgüssen und Aktionen an. Da muss man aufpassen, dass die Entspannung nicht in Stress ausartet. In der Stollensauna wurde bei fast 100° C Eistee gereicht (sogar einigermaßen große Becher, oft gibt es nur ein paar Schlückchen), beim Frucht-Eis-Aufguss bekamen wir hinterher ein Mövenpick-Eis am Stiel, statt dem sonst meist üblichen Wassereis. Eine Besonderheit ist die sog. “Back-Aktion”. Man sitzt in der Sauna mit integriertem Backofen und kann erleben, wie Laugenbrötchen langsam aufgehen, braun werden und ihren Duft verbreiten. Hinterher darf man sie auch essen, aber das hat man sich mit einer halben Stunde barbarischen Schwitzens bei soften 60°C auch redlich verdient.
Beim Essen haben wir uns aus Kostengründen etwas zurückgehalten und uns auf Kleinigkeiten aus dem Selbstbedienungsbereich des Sauna-Bistros beschränkt. Der Kuchen war überraschend gut, nix tiefgekühltes und aufgebackenes, sondern tatsächlich Konditorqualität. Wir haben köstliche Himbeer- und Herrentorte verspeist.
Die Eintrittspreise für die Carolus Thermen wurden zum Oktober erhöht und liegen jetzt bei 32 € für die Tageskarte am Wochenende, was ich so gerade eben noch für angemessen halte. Wir hatten Glück und konnten im September noch den Sparpreis von 25 € nutzen.
Sauna-Bad Niederheid
26.09.2011
Es ist nicht mal eine Woche her, seit wir dort waren, und ich kann mich jetzt schon noch kaum daran erinnern… Die Anlage hat bei mir also nicht wirklich gepunktet.
Als erstes fällt mir der schlechteste Aufguss unserer kurzen Sauna-Karriere ein. Erst hielt ich das Mädel für unglaublich lustlos und unmotiviert, später dachte ich, dass sie vielleicht einfach nur sehr schüchtern ist. Sie kam rein, sagte “Hallo” und “Ich habe Duft XY mitgebracht”, kippte das Zeug auf die Steine und fing an. Normalerweise stellen sich die Leute vor, erzählen ein bisschen was zum Duft, den zugesprochenen Wirkungen, dem Ablauf des Aufgusses und evtl. noch was zum Abkühlen hinterher. Der zweite Aufguss von ihr lief ähnlich ab, den Birkenreisig-Aufguss später hat sie allerdings ganz gut gemacht, jedoch auch ohne große Worte.
Große Chancen für einen tolles Wedeln hatte sie eh nicht, weil die Aufguss-Saunen dafür nicht gemacht zu sein scheinen. Die Räume sind eher klein, ohne die Möglichkeit, um den Ofen herumzugehen. Wir saßen direkt hinter den Steinen, das kannte ich in der Form auch noch nicht und hab keine Ahnung, warum man sich für diese unpraktische Lösung entschieden hat.
Teilweise habe ich auch das Publikum als störend empfunden, aber das mag Pech an dem Tag gewesen sein. Generell finde ich es gut, wenn’s sehr gemischt ist. Junge Männer, die Frauen hinterhergucken und in der Sauna rumalbern und kichern, muss ich aber nicht haben.
Die Gastronomie ist auch ein kleiner Minuspunkt. Die Theke ist nicht ständig besetzt, sondern man muss an einer Gegensprechanlage klingeln, wenn man etwas bestellen möchte. Alles etwas umständlich. Die Bedienung, die dann rüberkam, war jedoch sehr nett.
Gut gefallen hat uns die Mini-Saline im Innenbereich. Es gibt eine Art “Kühl-Raum” mit Eisbrunnen und einer Reisig-Wand, an der Solewasser hinabrinnt und die Luft mit Salz anreichert. Ich fand es sehr angenehm, mich dort eine Weile abzukühlen.
Die Anlage an sich ist überhaupt nicht schlecht, nur hatte ich den Eindruck, dass sie hinter ihren Möglichkeiten zurückbleibt. Es hätte sehr schön werden können, alles wirkte neu und gepflegt, aber es fehlte vollkommen an Atmosphäre. Bei uns kam überhaupt keine wohlig-entspannte Stimmung auf. Man hat zwar mit dem Teich draußen versucht, das Ganze ansprechend zu gestalten, aber da hört’s leider fast schon auf. Weiße Fliesen auf dem Boden, auch in den Saunen, verbreiten nicht gerade ein heimeliges Gefühl, sondern erinnern stark an Schwimmbad. Ein Gas-Kamin in der Sauna hat auch nicht den gleichen Effekt, wie ein knisterndes Holzfeuer. Und der kleine Außenbereich bietet keine Möglichkeit, nach der Sauna ein wenig herumzulaufen. Da hätte man sich, trotz der geringen Grundfläche, vielleicht etwas Schöneres einfallen lassen können.
Aus meiner Sicht ist das Sauna-Bad Niederheid nichts für einen ganzen Tag, sondern eher für ein zwei, drei Stündchen nach dem Sport oder der Arbeit. In der gleichen Preislage (Tageskarte 16 €) gibt es im Umkreis wirklich deutlich schönere Anlagen, wie zum Beispiel das Finlantis und die See Park Sauna oder (mit kleinen Abstrichen) auch die Niederrhein-Therme.
H2O
20.08.2011
Zum H2O in Remscheid gehören eine Bade- und eine Saunalandschaft. Wo wir schon mal da waren, haben wir als erstes einen Abstecher ins Schwimmbad gemacht und mit einer Runde Rutschen auf einem Reifen im “Crazy River” gestartet. Joa, ganz witzig, aber nachdem wir beide ziemlich unsanft aus den Reifen gehüpft und wieder drin gelandet sind, hat uns das Erlebnis schon gereicht. Unsere persönliche Referenz ist die geniale Wildwasserrutsche im Aqua Mundo im Park Het Meerdal, da kann diese vergleichsweise kurze und zahme Rinne nicht mithalten. Schon schöner fanden wir die Solebecken und ganz besonders die Dampfgrotte: ein abgedunkeltes, stimmungsvoll blau beleuchtetes Dampfbad mit Wärme- und Kältebecken. Sowas hab ich in einem Schwimmbad bisher noch nicht gesehen, eine tolle Idee.
Nächstes Mal können wir meinetwegen die Badelandschaft links liegen lassen und direkt in den Saunabereich gehen. Der ist großartig! Nach unserem Besuch im H2O zählt die Anlage definitiv zu unseren Lieblingssaunen. Den ersten Pluspunkt gibt es allein schon dafür, dass man sich nicht verlaufen kann. Ich find’s schön, wenn man sich sofort zurechtfindet und nicht lange umherirren muss. Den zweiten Pluspunkt bekommt der tolle Saunagarten, der mit seinen zwei Ebenen (wie befinden uns schließlich im bergischen Land, hier ist es hügelig) und den vielen Bäumen und Pflanzen ganz natürlich wirkt. Hier fügen sich die Holzhäuser der Saunen wunderbar ein. Beeindruckend ist das doppelstöckige Gebäude neben der Saline:

Ein ganz großer, fetter Pluspunkt geht an die Aufgüsse, die halbstündlich stattfanden. Bei der interessanten Auswahl (Honig, Salz, Eis, Birke, spannende Düfte) und der hohen Frequenz fiel es uns nicht leicht, uns zu entscheiden, welche wir “mitnehmen” wollten. A. hat an diesem Tag seinen persönlichen Rekord von 8 Aufgüssen geschafft, ich hab zwischendurch zwei ausgelassen, weil’s mir zuviel gewesen wäre. Die Aufgüsse waren durchweg sehr gut, teilweise auch sehr heiß. Ein Aufguss mit Eis war der heißeste, den wir bisher erlebt haben. Ich dachte, ich müsste spontan zu einem Häufchen Asche verglühen oder hätte zumindest alle Haare am Körper abgeflämmt. Da ging sogar der Saunameister in die Knie.
Auch die Gastronomie verdient ein Lob. Die Preise sind fair und wir kamen mit leckeren Kleinigkeiten gut und günstig über den Tag. Man merkt zudem, dass viel Wert auf Freundlichkeit gelegt wird.
Meiner Meinung nach etwas fehlgeschlagen ist der groß angepriesene “Garten der Stille”. Hübsch ist er ja, etwas luftiger gestaltet mit leicht asiatischen Anklängen:

Aber wer kommt denn auf die Idee, einen Ort der vollkommenen Stille (hier gilt Sprechverbot) direkt neben dem Außenbereicht des Spaßbades anzusiedeln? Im vorderen Bereich dieses Gartens war es durchaus ruhig, aber im hinteren Teil fand ich es lauter, als im “normalen” Saunabereich. Das Kindergelärme konnte ich nicht so ganz ausblenden, als wir es uns in einer der Hängematten gemütlich gemacht haben. Davon abgesehen hat mir das Konzept, einen Bereich für Leute, die sich ohne Quatschen entspannen wollen, einzurichten, gut gefallen. Ich mag’s ja nicht so, wenn es in Stammtisch-Gehabe ausartet.
Oh, und fast vergessen: Das Durchschnittsalter der Gäste war im Vergleich extrem jung! Das ist unbedingt positiv zu vermerken, nachdem wir so oft das Gegenteil erlebt haben. Hier waren wir tatsächlich nicht die Jüngsten und haben uns damit sehr wohl gefühlt.
Und was kostet der Spaß? In der Sommersaison bis Ende August noch 18 Euro pro Tag, ansonsten 22 Euro plus jeweils 1,50 Euro Aufschlag am Wochenende. Aus unserer Sicht ist das ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, Daumen hoch! Da könnte sich das Maritimo mal ‘ne Scheibe abschneiden…
See Park Sauna
08.08.2011
In Geldern gibt es das Vier-Sterne-Hotel See Park Janssen, zu dem auch ein Wellness- und Saunabereich gehört. Anders als beim Saunapark Kamperbrück habe ich hier im Vorfeld nicht soooo viel erwartet (weil es “nur” ein Teilbereich des Hotels ist) und wurde absolut positiv überrascht. Für uns war es ein echter Glückstreffer.
Laut Saunaführer wurde die Anlage 2007 eröffnet und sieht demensprechend neu und modern aus. Es gibt fünf Saunen plus Dampfbad, der Eintritt kostet 15,90 Euro. In unserem Gutscheinbuch stehen zu einem geringeren Tagspreis noch vier Saunen, seitdem wurde die Anlage um eine Panorama-Sauna mit Aussicht auf den Park erweitert. Die haben wir allerdings genauso wie eine Sauna im Innenbereich nicht genutzt, weil wir vor lauter Aufgüssen nicht dazu gekommen sind. Als Einstieg waren wir in der niedriger temperierten Bio-Sauna, zwischendurch einmal im Dampfbad und gegen Ende kurz in der tollen, aber sehr heißen Erd-Sauna mit Holzfeuer. Die meiste Zeit haben wir jedoch in der Blockhaus-Sauna verbracht, in der die stündlichen Aufgüsse stattfanden. Und was für Aufgüsse!!! Mittlerweile haben wir ja bereits einige Saunaanlagen und Aufgusszeremonien durchprobiert, aber diese Aufgüsse waren mit die besten, die wir bisher erlebt haben. Die netten Saunameister haben ihren Job großartig gemacht, und oft gab es passend zum Aufguss noch eine Kleinigkeit hinterher (Bonbons, Obst, Getränke). So macht man seine Gäste glücklich. (-:
Das einzige Mini-Manko in der See Park Sauna ist die Anzahl der Duschen, gerade draußen bei der Aufguss-Sauna. Hier steht nur eine einzige Kaltwasser-Dusche neben dem Pool, das bedeutet Schlange stehen zum Abkühlen. Ansonsten haben mir die Duschen gut gefallen, es gibt beim Umkleidebereich Duschgel-Spender, Milchglasabtrennungen und Einhebel-Armaturen – alles sehr schick. Im Saunabereich gibt es ebenfalls eine Dusche mit Temperaturwahl (es hätten ruhig zwei sein können…), sowie mehrere Varianten mit kaltem Wasser (Tauchbecken, Regendusche, Kübeldusche, Wasserschläuche).
Die Parkanlage ist übrigens auch schön gestaltet, besonders haben mir der Seerosenteich und die Strandkörbe gefallen. Da wir mit dem Wetter Glück hatten, konnte ich so sogar noch ein bisschen Sonne tanken. Alles in allem ein gelungener Tag in einem wunderbaren kleinen Saunapark. Nicht zu vergleichen mit großen, teuren Anlagen wie dem Mediterana, aber für einen Tag Entspannung zwischendurch perfekt.



