Medienhafen, Paradiesstrand und Nordpark
03.06.2012
So sieht man aus…
12.05.2012
… wenn man eine Höhlen-Erlebnisführung mitmacht:
Ich kann mich nicht erinnern, jemals so dreckig gewesen zu sein. Ist aber kein Wunder, wenn man bäuchlings durch ca. 30 cm hohe Durchgänge kriecht, durch Pfützen tapst und sich in Wände krallt, um nicht ins Wasser zu fallen. Und ich kann mich an wenig erinnern, was mir so viel Spaß gemacht hat! Das war wirklich ein geniales, spannendes, herausforderndes Erlebnis.
Überraschenderweise haben mir die Enge und das Wissen, unter dem Felsen zu sein, nahezu gar nichts ausgemacht. Obwohl ich nicht übermaßig klaustropho- bisch veranlagt bin, habe ich doch mit einem beklemmenden Gefühl gerechnet, so abseits der Wege nur mit unseren Taschenlampen. Allerdings war unsere Tour in dieser Hinsicht noch nichts im Vergleich zur sog. “XX-treme-Tour”… unser Führer hat uns die winzigen und bis zu acht Meter langen Löcher bzw. Gänge gezeigt, in die sich die Teilnehmer mit dem Kopf voraus quetschen sollen. Da hätte ich dann doch Angst vor einem Panikanfall, bei uns war das Ende des engen Tunnels zum Glück immer in Sicht.
Jahrestag
29.04.2012
Kurzerhand haben wir unseren ganz privaten Feiertag vorverlegt auf letztes Wochenende, weil es nicht anders passte, und zwei schöne Tage im Kölner Umland verbracht. Ursprünglich wollten wir am zweiten Tag weiter nach Koblenz fahren und uns da ein wenig touristisch umtun, das unglaublich wechselhafte Aprilwetter ließ uns aber auf Plan B zurückgreifen. Es war so windig, dass es mich fast vom Drachenfels runtergefegt hätte… aber irgendwie brachte das dramatische Wetter einen kleinen abenteuerlichen Kick in den Ausflug und wir hatten unseren Spaß :-). Ärgerlich nur, dass meine Kameraakkus versagten und ich kaum fotografieren konnte. Für ein paar Schnappschüsse hat es aber noch gereicht.
Eingangsbereich des Mediterana:
Schloss Drachenburg und Drachenfels:
Postkarte aus dem zauberhaften kleinen Hotel:

Feuer & Wasser
28.04.2012
Da beißt die Maus keinen Faden ab, im Mediterana gibt’s einfach die größte Dichte an schicken Saunen im weiten Umkreis. Letzte Woche Freitag waren wir nach etwas über einem Jahr zum zweiten Mal da und wieder ganz hingerissen vom Ambiente. Einen ausführlichen Bericht zu allen Details mag ich gar nicht schreiben, da die Anlage riesig und eh fast alles perfekt ist, und ich nur eine große Empfehlung aussprechen kann. Ein paar Punkte will ich aber doch festhalten, zum Teil als kleines persönliches Memo für den nächsten Besuch.
Nachdem wir uns vor kurzem am Wochenende bei überfülltem Parkplatz nicht reingetraut haben und weiter nach Köln ins Neptunbad gefahren sind, waren wir nun am Freitag positiv von der Besucherzahl überrascht. Dass es um die Mittagszeit sich noch stark verläuft, verwundert an einem Wochentag nicht, aber selbst nachmittags und abends war immer genug Platz in den (nichtsdestotrotz stark frequentierten) Aufgüssen. Die wurden auch allesamt sehr gut von nettem Personal durchgeführt. Wunderschön war es bei Dunkelheit in der Kerzensauna, die dann nur von wenigen Lichtern in Wandnischen erhellt wurde. Beim Eisaufguss bin ich allerdings das erste Mal mit etlichen anderen Gästen vorzeitig rausgegangen, als nach der zweiten Runde die Gelegenheit dazu gegeben wurde (dem gar gekochten A. zufolge, der die Sitzung durchgezogen hat, war das für mich auch die richtige Entscheidung). Das extra regulär eine kleine Pause eingebaut wird, habe ich in der Ausprägung in anderen Anlagen nicht erlebt. Fand ich gut, denn fast immer fühlt sich sonst jemand gestört, wenn jemand zwischendurch die Segel streicht und die Hemmschwelle, als einzelner mittendrin aufzustehen, ist doch auch relativ hoch.
Durchweg alle Saunen haben ihren eigenen Charme, aber neben der Kerzensauna haben mir noch ein paar andere besonders gut gefallen. So mag ich zum Beispiel sehr den Rosentempel mit seinen Wänden aus hinterleuchtetem braun-weißem Onyx und verspielten Rosenholzverzierungen an den Bänken, das Rajasthanihaus, das einer indischen Lehmhütte nachempfunden ist und den gewaltigen Himalaya Salzstollen, bei dem Wände und Decke komplett mit rosafarbenen Salsteinen verkleidet sind. Meine Lieblingssauna ist jedoch das Haus der Elemente: in der Mitte ein Feuer, rundum ein wadentiefes warmes Fußbad und an den Wänden entlang bequeme Bänke mit Rückenlehne – großartig! Ein flacher Pool in der Sauna, sowas habe ich vorher noch nie gesehen und finde das schlichtweg genial. Ein Highlight sind auch die zum Haus gehörenden abgedunkelten und farbig beleuchteten Duschen, bei denen das Wasser aus indischen Wasserspeiern oder einem riesigen Regenpaneel kommt und man sich ein kleines bisschen fühlt, als würde man in einer versunkenen Stadt im Regenwald duschen.

Auch die Ruhebereiche sind traumhaft schön, genutzt haben wir aus Zeitmangel (ja, die fast 12 Stunden gingen rum wie nix…) jedoch lediglich die Maharaja Suite und es uns dort kuschelig zu zweit auf einem der riesigen Liegekissen bequem gemacht. Ich glaube, ich bin da tatsächlich kurz weggepennt ;-).

Über die Gastronomie verliere ich lieber nicht zu viele Worte, die Preise sind einfach unverschämt. Ich muss zwar zugeben, dass die Ofenkartoffel enorm groß, der Dip mit Pfiff abgeschmeckt und das Dressing zur Salatgarnitur köstlich war – der Wareneinsatz sich jedoch um ehrlich zu sein stark in Grenzen hielt und das Gericht mit 8,50 €, wie alles andere auch, hoffnungslos überteuert war. Wenigstens hat es für so ein “einfaches” Essen wirklich hervorragend geschmeckt, das hat mich ein wenig versöhnt. Zum Thema Getränke eine Randnotiz für mich: Es gibt einen Automaten für 0,5 l Flaschen mit Cola, Lift etc. (1,80 €), was deutlich günstiger ist als die Getränke in den Restaurants (0,3 l für 2,70 €), viele Gäste hatten außerdem eigene Wasserflaschen im Taschenregal, also gehe ich davon aus, dass das hier trotz Verbots stillschweigend geduldet wird, solange man damit nicht großartig in der Anlage herumläuft. Wobei – auf der Wiese lag ein Pärchen mit Brötchentüte, da hat auch niemand vom Personal gemeckert. Seit unserem unerfreulichen Erlebnis im Finlantis, bei dem uns selbst in der Umkleide kein Schluck vom mitgebrachten Wasser erlaubt wurde, bin ich mit sowas extrem vorsichtig.
Die Therme haben wir diesmal links liegengelassen und nur die dortige Spa & Sports-Lounge für ein möglichst günstiges warmes Essen und einen grandiosen alkoholfreien Cocktail in der Happy Hour beim “Evening Chill Out” aufgesucht. Das Bad ist zwar schön gestaltet, aber es hat sich abends stark gefüllt (haufenweise junge Pärchen) und war ungemütlich laut. Wenn man den Tag bisher schön entspannt verbracht hat, passt Spaßbad-Stimmung überhaupt nicht.
Fazit: Einmal im Jahr muss das Mediterana einfach sein, so bleibt es für uns bezahlbar und immer etwas Besonderes. Ich freue mich schon auf den nächsten Besuch. Und dann will ich zur Abwechslung mal im Berberzelt oder Baldachinraum ‘ne Runde schlafen :-).
Wahl-O-Mat
28.04.2012
In knapp zwei Wochen sind Wahlen und wieder hilft uns die Bundeszentrale für politische Bildung bei der Entscheidungsfindung. Besonders schön finde ich die Auswertung am Ende, bei denen die Standpunkte der ausgewählten Parteien auf einen Blick miteinander verglichen werden können, heruntergebrochen auf ein grünes Häkchen (Zustimmung) oder ein rotes Kreuz (Ablehnung) mit der Möglichkeit, sich die einzelnen Statements per Klick noch genauer anzuschauen.
Neptunbad
30.03.2012
Inzwischen ist es schon fast drei Wochen her, das wir spontan das Kölner Neptunbad besucht haben. Ursprünglich war das Mediterana geplant, aber der vollkommen überfüllte Parkplatz und zuvor gelesene Kommentare, die von Massenabfertigung sprachen, haben uns abgeschreckt. Für halbe Sachen ist die Anlage mit 39,50 € am Wochenende einfach zu teuer – so schön sie auch sein mag. Das heben wir uns für ein andermal auf, dann lieber im Urlaub an einem normalen Wochentag.
Da wir nun eh schon in Bergisch-Gladbach waren, bot sich Köln als Ausweichmöglichkeit an. Das Neptunbad war uns vorher schon im Internet durch die schönen Bilder aufgefallen. Die heutige Anlage mit Sauna-, Wellness- und Sportbereich war ursprünglich eine städtische Badeanstalt im Jugendstil. Das ehemalige Schwimmbad ist jetzt zum Fitnesscenter umfunktioniert, der historische Saunabereich wurde jedoch originalgetreu rekonstruiert und ist ein optisches Highlight. Alles wunderschön gekachelt, schummrig mit Kerzen beleuchtet… hach…

Nur ist dieser Bereich leider sehr klein, bis auf das abgebildete “Kaiserbad” mit mollig warmem Wasser (und angeblich Unterwassermusik, ich hab’ aber nix gehört), einem milden Laconium inklusive Dampfbad und einem Hamam für Anwendungen gibt es hier nichts. Wirklich schade, denn der historische Teil hat mir eigentlich besser gefallen, als der asiatische. Im Laconium haben wir übrigens an einem Kaffee-Öl-Peeling teilgenommen. Genial, unsere Haut war noch nie so weich :-). Das lässt sich sicher auch zuhause gut nachmachen, ist allerdings eine elendige Sauerei…
Zur asiatischen Saunalandschaft gehört eine Dachterasse. Mitten in Köln zwischen Wohngebäuden, die einen guten Blick auf den kleinen Pool und die Außensaunen haben, fand ich das etwas gewöhnungsbedürftig. Na ja, das Wetter war eh nicht gut genug, um sich draußen ohne Bademantel aufzuhalten. Das Design ist durchgängig schlicht mit japanischer Anmutung, viel Stein, wirkte auf mich zwar schon stimmig, aber etwas kühl. Ich mag’s etwas gemütlicher, aber das ist Geschmackssache.
An die Saunen selbst habe ich nur noch grobe Erinnerungen… Ich fand’s schön, dass es eine unbeleuchtete Sauna gab, in der man wirklich gut entspannen konnte. Und die Aufgüsse in der großen Sauna im Außenbereich waren top. Ich habe zum ersten Mal erlebt, dass jemand mit einem nassen Handtuch gewedelt hat, das war wirklich gut und schön kräftig. Positiv zu vermerken ist auch, dass kostenlos Salz für ein Peeling bereitsteht. Nicht so schön ist jedoch, dass man in der dafür vorgesehenen Sauna dann in den Salzbröseln des Vorgängers sitzen muss… Im Dampfbad ist sowas eindeutig besser aufgehoben.
Ganz toll sind die Heißwasserbecken, die sog. Onsenbäder. Eins draußen, und eins drinnen in kaskadenartigen, übereinanderliegenden Becken. Da kann man ewig drin sitzen, sich unterhalten, und gegenseitig mit warmem Wasser übergießen.
Sehr zufrieden waren wir auch mit dem Angebot in der Gastronomie. Bei den nicht ganz günstigen Eintrittspreisen für diese vergleichsweise kleine Anlage (Tageskarte 27,50 € am Wochenende) und der exklusiven Anmutung (“Premium Sports & Spa”) waren wir von der guten Auswahl und den moderaten Preisen im ansprechend gestalteten Jugendstil-Restaurant positiv überrascht.
Mein Fazit: Schöne Anlage mit guten Aufgüssen, aber leider etwas klein und für mich persönlich im Japan-Bereich nicht stimmungsvoll genug. Wenn wir näher dran wohnen würden, würde ich vielleicht noch mal für ein paar Stunden einkehren, aber mit der langen Anfahrt und für einen ganzen Tag lohnt es sich eher nicht.
Kleines Update: Finlantis
04.03.2012
Geändert hat sich seit unserem ersten Besuch nicht viel, nur teurer ist es geworden. Inzwischen kostet das Tagesticket 14,50 €, was aber noch immer als moderat einzustufen ist. Dafür bekommt man eine tiptop gepflegte, moderne und schöne Anlage.
Laut Plan wird zwischen “sanften”, “heißen” und “intensiven” Aufgüssen unterschieden. Ähm, ja. Dafür wurde bei der Variante “Sanfte Träume” aber ziemlich geknüppelt… Auch die eher milden Aufgüsse waren so heiß, dass ich mich bei dem Aufguss der dritten Sorte entschieden habe, mich sicherheitshalber nach ganz unten zu setzen. Da war’s dann zwar etwas arg soft, aber mir in dem Moment trotzdem lieber, als der Gluthauch eine Etage höher, den ich nur mal kurz am Rücken spürte.
Ein bisschen zwiegespalten bin ich bei der Bewertung der strengen Regeln. Einerseits finde ich es sehr angenehm, dass wirklich gar keine Liegen reserviert werden, und man so fast immer ein Plätzchen findet. Andererseits hatte ich mich doch ziemlich daran gewöhnt, dass in anderen Anlagen kein Mitarbeiter meckert, wenn man am Taschenregal zwischendurch mal einen Schluck aus der mitgebrachten Wasserflasche nimmt. Hier sind wir jetzt leider unangenehm aufgefallen, weil wir uns im Umkleideraum mit Apfelschorle haben erwischen lassen… *hüstel*. Dass man da so rigoros ist und “Eigenverzehr” komplett verbietet, finde ich etwas übertrieben. Zumal wir immer zukaufen und nie komplett unseren Flüssigkeitsbedarf von zuhause mitbringen. Naja.
Insgesamt trotzdem eine empfehlenswerte, freundliche Anlage. Für mich aufgrund der begrenzten Räumlichkeiten eher was für zwischendurch und mehr für den Sommer bzw. schönes Wetter, wenn man auch die Liegen im Außenbereich nutzen kann.
Niederrhein-Therme, der 2. Versuch
06.02.2012
Nachdem der erste Besuch zwiespältig ausfiel (Bericht), haben wir der Anlage am Samstag anlässlich der langen Saunanacht eine zweite Chance gegeben.
Erstmal muss ich die Sache mit den Umkleiden revidieren *hüstel*: Es gibt einen separaten Bereich für Saunagänger, der noch sehr neu aussieht und viel Platz bietet. Der Zugang ist recht unscheinbar, letztes Mal sind wir anscheinend einfach dran vorbeigelaufen. Wenn man die Augen offen hält, findet man auch die Duschen mit schön warmem Wasser, die so verwinkelt eingemauert sind, dass wir sie beim ersten Besuch ebenfalls überhaupt nicht wahrgenommen haben. Blindfische, wir…
Weiterer Pluspunkt neben den neu entdeckten Umkleiden: tolle Saunameister, die bei störendem Verhalten während der Aufgüsse tatsächlich durchgreifen. Jungs mit Badehose unter dem Handtuch wurden freundlich rausgeworfen, quatschende Leute um Ruhe gebeten, außerdem wurde sich immer nett vorgestellt, der Aufguss erklärt etc. Leider war es so brechend voll, dass der Genuss etwas zu kurz kam, aber dafür konnten die Mitarbeiter nichts.
Ganz wunderbar war die Möglichkeit, ab 23 Uhr die Therme ohne Badebekleidung nutzen zu können (Nacktbaden fühlt sich einfach schöner an). Die ca. 32°C warme Sole im Außenbecken erzeugte dichte Dampfschwaden über dem Wasser, zusammen mit der sternenklaren Nacht war das ein fast magisches Erlebnis.
Größter Minuspunkt ist das Klientel der Therme. Die wenigen Liegen wurden nahezu durchgängig mit Handtüchern reserviert, was wirklich eine Unsitte ist. Am krassesten fand ich ein Pärchen, das “seine” Liegen mit Spannbettlaken und Kissen gekennzeichnet hat, drum herum Taschen, Bücher, Flaschen ausgebreitet und während der gesamten Anwesenheitszeit in der Anlage nicht einmal frei geräumt hat. Die Sachen lagen schon so, als wir um halb drei ankamen und waren immer noch da, als wir um 23 Uhr in den Thermenbereich gewechselt sind. Anders als asozial kann man so ein Verhalten nicht bezeichnen. Besonders appetitlich fand ich auch nicht, dass Leute ihr Essen in der Anlage ausgepackt haben – lecker Schinkenröllchen und hartgekochtes Ei. Insgesamt ist mir noch nie so oft mangelhaftes Benehmen in einer Sauna aufgefallen. Während eines Aufgusses muss es zu einer knackigen Auseinandersetzung gekommen sein, wir konnten in der Sauna nebenan die anschließenden Diskussionen und Ermahnungen vor der Tür hören. Besonders krass war eine Frau, die nicht einsehen wollte, dass auf der Bank kein Platz mehr für sie war: Nach dem Hinweis, dass man leider nicht mehr zusammenrutschen könne, warf sie ihr Handtuch trotzig in die höchstens 30 cm breite Lücke zwischen mir und meinem männlichen Sitznachbarn und ihren (Verzeihung) dicken Hintern direkt hinterher. Mit dem unerfreulichen Ergebnis, dass sie kurzzeitig (bis zur Aufgabe ihres Vorhabens) halb auf meinen bzw. unseren Beinen saß. Unglaublich, sowas hab ich noch nicht erlebt. Wenn man schon nackt neben lauter Fremden sitzt, sollte man wenigsten einen kleinen Sicherheitsabstand einhalten. Ihr Mann, der schräg hinter mir einen Platz gefunden hatte, hätte zu allem Überfluss noch fast versehentlich sein Pöttchen Honig zum Einreiben auf mein Handtuch gekippt *kopfschüttel*. Ansonsten ist zum Publikum zu sagen, dass ein spürbarer Männerüberschuss besteht, bedingt durch den hohen Ausländeranteil (lauter junge muslimische Männer, aber keine Frauen). So richtig behagt hat mir das, ehrlich gesagt, nicht. Irgendwie will ich nicht vor Männern nackt rumlaufen, die das bei ihren eigenen Frauen unschicklich bis unmöglich fänden.
Da es an diesem Samstag so wahnsinnig voll war (aufgrund der Minusgrade hielten sich die Leute die meiste Zeit drinnen auf), war es laut und ungemütlich. Wohlfühlen und Entspannen sind was anderes, dafür ist der weiß gekachelte Innenraum aber eh nicht wirklich gemacht. Das ist eine Frage der Ansprüche und Prioritäten, zumindest kriegt man hier relativ viele verschiedene Saunen für sein Geld. Wir haben jedoch beschlossen, dass uns das nächste Mal der Vier-Stunden- Tarif ausreicht, um ein paar schöne Aufgüsse und das mitternächtliche FKK- Schwimmen mitnehmen zu können, und uns ansonsten nicht so viel über die anderen Gäste ärgern zu müssen.
Panoptikum
29.01.2012
Ich konnte mich schon gar nicht mehr daran erinnern, wann wir das letzte Mal etwas gemeinsam unternommen hatten – A. war mit Studium und Job so stark eingebunden, dass schlicht die Zeit dafür fehlte. Letztes Wochenende haben wir’s endlich mal wieder in ein Museum geschafft und sind dafür in die Domstadt gefahren.
Das Wetter war mies, kühl und nass, und irgendwie passt das zum Kölner Dom, wie er sich da düster und monumental auf seinem Hügel erhebt (hier die rückwärtige Ansicht). Die Fotos sind übrigens Handy- schnappschüsse aus der Hüfte und daher in so gruseliger Qualität ;-).
Das zweite Bild zeigt einen kleinen Blick auf die Archäologische Zone Jüdisches Museum, wo seit ca. 5 Jahren fleißig gebuddelt wird.
Es war der letzte Tag der Ausstellung Panoptikum – Die geheimen Schätze des Wallraff im Wallraff-Richartz-Museum, die A. gerne sehen wollte. Und der Besuch hat sich gelohnt; der großen Raum, vollgestopft mit sonst nicht gezeigten Werken in wahllos erscheinender Zusammenstellung ließ ein Gefühl von Entdeckungsreise aufkommen. Richtiggehend berückt war ich vom Titelbild der Ausstellung Lady Greensleeves, vom leicht trotzigen Ausdruck, aber vor allem von der unglaublich feinen Darstellung der Stoffqualität und des Faltenwurfs. Das Bild ist so lebensecht und intensiv, dass man fast meint, das Mädchen berühren zu können.
Alle drei Etagen der ständigen Sammlung haben wir uns natürlich auch angesehen. Pädagogisch ist das Museum meiner Meinung nach sehr gut aufbereitet; die Ausstellungsstücke sind nachvollziehbar thematisch gruppiert und mit interessanten, gut konsumierbaren Info-Happen versehen. Schön ist auch, dass das Wallraff mit ein paar berühmten Highlights aufwarten kann. Eins ist eine Variante von Monets Seerosen, vor der, wie hier zu sehen, ständig Menschen andächtig in Betrachtung versunken saßen.
Nach so viel Kultur musste dringend was in den leeren Magen, stundenlanges Umherschlendern, Anschauen und Lesen hat mich ganz müde und hungrig gemacht. Das haben Museen ja immer so an sich ;-).
Bahia
08.12.2011
Es ist inzwischen schon ein paar Wochen her, dass wir im Bahia in Bocholt waren. Aber da ich mir vorgenommen habe, von jeder neuen Sauna, die wir ausprobiert haben, wenigstens kurz unsere Eindrücke festzuhalten, muss ich mal schwer in meinem Gedächtnis kramen, was mir noch dazu einfällt…
Zum Inselbad Bahia gehört – wie könnte es anders sein, bei diesem Namen – eine Wasserwelt, die laut Internetseite “karibisches Flair” verspricht. Gut, soweit würde ich jetzt nicht gehen, aber schön und abwechslungsreich war es durchaus. Nette Rutschen (mit und ohne Reifen), verschiedene Becken, Massagedüsen und nahezu alles, was der Mensch sonst noch so braucht. Ich fand’s nur schade, dass statt Boden in Naturstein-Optik fast überall die typischen Schwimmbad-Fliesen verbaut waren, so ging trotz Palmen-Deko viel von dem erhofften Flair verloren.
In der Saunalandschaft hat man es geschafft, mehr Atmosphäre zu erzeugen. Das Design des Innenbereichs geht in die orientalische Richtung und wirkt auf mich recht stimmig. Hier gibt es dann auch den passenden Fußboden ;-). Draußen ist der Stil eher klassisch-rustikal. Sehr viel Mühe hat man sich mit dem Westfälischen Saunahaus gegeben, inklusive großem Vorraum nach Art einer schlichten Bauernstube mit Holzbänken und Kamin.
Als wir da waren, war es sehr voll. In ein paar Aufgüsse konnten wir uns trotzdem quetschen und haben schnell gemerkt, warum sie so beliebt waren. Gut gemacht und knackig heiß (einmal bis an die Schmerzgrenze, A. wäre auf seinem Platz oben fast verglüht). Das klassische Handtuch wurde wenig benutzt (bin mir gerade gar nicht sicher, ob es überhaupt zum Einsatz kam), stattdessen wurde die Luft mit Fächern, tuchbespannten Reifen und Holzpaddeln verwedelt. Mir persönlich gefällt das in der Regel besser, hier hatte es mir besonders das Holzgerät im Westfälischen Saunahaus, das wie ein enorme Brotschieber aussah, angetan. Passend zum westfälischen Motto gab es übrigens als “Erfrischung” nach dem Aufguss Pumpernickel mit Schinkenwurst :o). Das fand ich höchst originell, auch wenn nicht jeder damit glücklich war.
Ein paar weitere Punkte, die mir positiv aufgefallen sind: Es stand kostenlos Saunasalz für ein Körperpeeling zur Verfügung, und ich konnte mich in der “Sansibar” für wenig Geld gut verpflegen. Der Tag ist meist schon teuer genug, so dass ich immer froh bin, wenn neben warmen Gerichten auch Kleinigkeiten wie belegte Baguettes oder Kuchen zu moderaten Preisen angeboten werden. Das Publikum war angenehm und sehr gemischt, vom Säugling über Teenie bis zur höheren Alterskategorie war wirklich alles dabei.
Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist wirklich gut. Die Tageskarte kostet 18 €, dafür kann man das recht große Freizeitbad und die schöne Saunaanlage mit ihren neun verschiedenen Saunen nutzen. Leider ist die Anfahrt für uns sehr weit, so dass sich der Besuch ohne Ersparnis durch das Gutscheinbuch nicht lohnt. Für alle, die etwas näher dran wohnen: klare Empfehlung!





