Panoptikum

29.01.2012

Ich konnte mich schon gar nicht mehr daran erinnern, wann wir das letzte Mal etwas gemeinsam unternommen hatten – A. war mit Studium und Job so stark eingebunden, dass schlicht die Zeit dafür fehlte. Letztes Wochenende haben wir’s endlich mal wieder in ein Museum geschafft und sind dafür in die Domstadt gefahren.

Das Wetter war mies, kühl und nass, und irgendwie passt das zum Kölner Dom, wie er sich da düster und monumental auf seinem Hügel erhebt (hier die rückwärtige Ansicht). Die Fotos sind übrigens Handy- schnappschüsse aus der Hüfte und daher in so gruseliger Qualität ;-).

Das zweite Bild zeigt einen kleinen Blick auf die Archäologische Zone Jüdisches Museum, wo seit ca. 5 Jahren fleißig gebuddelt wird.

Es war der letzte Tag der Ausstellung Panoptikum – Die geheimen Schätze des Wallraff im Wallraff-Richartz-Museum, die A. gerne sehen wollte. Und der Besuch hat sich gelohnt; der großen Raum, vollgestopft mit sonst nicht gezeigten Werken in wahllos erscheinender Zusammenstellung ließ ein Gefühl von Entdeckungsreise aufkommen. Richtiggehend berückt war ich vom Titelbild der Ausstellung Lady Greensleeves, vom leicht trotzigen Ausdruck, aber vor allem von der unglaublich feinen Darstellung der Stoffqualität und des Faltenwurfs. Das Bild ist so lebensecht und intensiv, dass man fast meint, das Mädchen berühren zu können.

Alle drei Etagen der ständigen Sammlung haben wir uns natürlich auch angesehen. Pädagogisch ist das Museum meiner Meinung nach sehr gut aufbereitet; die Ausstellungsstücke sind nachvollziehbar thematisch gruppiert und mit interessanten, gut konsumierbaren Info-Happen versehen. Schön ist auch, dass das Wallraff mit ein paar berühmten Highlights aufwarten kann. Eins ist eine Variante von Monets Seerosen, vor der, wie hier zu sehen, ständig Menschen andächtig in Betrachtung versunken saßen.

Nach so viel Kultur musste dringend was in den leeren Magen, stundenlanges Umherschlendern, Anschauen und Lesen hat mich ganz müde und hungrig gemacht. Das haben Museen ja immer so an sich ;-).

Das Haus der Geschichte in Bonn ist großartig (das Bild ist aus dem Foyer, da in den Ausstellungen das Fotografieren nicht erlaubt ist).

Der Eintritt in das Museum ist frei. Es zeigt die Geschichte der Bundesrepublik und der DDR chronologisch vom Kriegsende bis in die Gegenwart. Ich muss sagen, dass etwa ab den 70ern ziemlich ermüdet vom Informationsoverkill war. Im Gegensatz zu A. bin ich geschichtlich nicht so wirklich bewandert und muss mir für das richtige Verständnis viel durchlesen. Da aber neben den politischen Verhältnissen viel Alltagsleben aus den unterschiedlichen Jahrzehnten gezeigt wird, ist das Museum auch für Leute wie mich spannend. Und es ist wirklich beeindruckend, in dieser Art Schnelldurchlauf zu sehen, wie sich unser Land in wenigen Jahrzehnten entwickelt hat. Man beginnt die Reise mit der Besatzungszeit und endet im Heute.

Gut gefallen hat mir auch die aktuelle Sonderausstellung mit dem Titel Mit 17… Jung sein in Deutschland, die interessante Einblicke in die Teenie-Welt von den 50ern bis heute in Ost und West gibt. Besonders fasziniert haben mich Briefe von Jugendlichen aus dem späten 70ern und frühen 80ern, in denen sie beschreiben, wie sie sich die Welt um die Jahrtausendwende vorstellen.

Tutanchamun

14.03.2011

Wir waren heute in der Tutanchamun-Ausstellung in Köln. Ich war etwas über die Eintrittspreise entsetzt, aber das Erlebnis rechtfertigt diese. Die Grabkammern samt dem kompletten Inhalt sind originalgetreu so nachgebaut, wie man sie 1923 bei der Öffnung vorfand. Es gibt in der Ausstellung kein einziges Original, aber alles ist aufwendig und mit hochwertigen Materialien in fünf Jahren Arbeit sehr detailliert rekonstruiert worden, so dass man den Unterschied praktisch nicht bemerkt.

Man darf ohne Blitz fotografieren und meine Kamera hatte große Mühe mit dem schlechten Licht… Die Bilder sind leider ziemlich mies geworden und weil sie eh schon so oll aussahen, hab ich sie kurzerhand komplett in Sepia getaucht.

Projekt 365 – 36

20.02.2011

Gestern waren wir in der Bundeskunsthalle Bonn, um uns die Ausstellung Napoleon und Europa anzusehen. Da man innen nicht fotografieren darf, gibt’s halt ein Bild von außen. Mir hat die Ausstellung übrigens sehr gut gefallen – und das, obwohl ich nicht gerade historisch hochinteressiert bin und hauptsächlich A. zuliebe mit ihm hingefahren bin.

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